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Unsere Geschichte
THERESE DANNER (1864–1934)
Nach dem Tod ihres Mannes, Benno Danner (1857–1917), wollte die kinderlose Witwe ihr Vermögen, das das Ehepaar durch den Verkauf und die Verpachtung von Grundbesitz in Neuhausen erworben hatte, gemeinnützigen Zwecken – unter anderem dem Kunsthandwerk – zugutekommen lassen. Von dem Hofgoldschmied und späteren Professor der bildenden Künste Karl Rothmüller (1860–1930) – einem Freund der Familie und einem Hauptvertreter der Münchner Schmuckkunst um 1900 – konnte sie überzeugt werden, den stattlichen Besitz einer einzigen Institution, und zwar einer Stiftung für das Kunsthandwerk, zu vermachen, da „das Kunsthandwerk eine so tatkräftige Förderung in jeder Hinsicht wert sei.“ (KUH 1930, Heft 6, S. 102)

Gründung der Danner-Stiftung
Mit notarieller Urkunde vom 9. Juni 1920 errichtete Therese Danner zum Andenken an ihren verstorbenen Ehemann Ökonomierat Benno Danner die Benno und Therese Danner’sche Kunstgewerbestiftung.
Am 9. Mai 1921 genehmigten die Staatsministerien für Unterricht und Kultus die Gründung der Stiftung und satzungsgemäß wurden ein Vertreter des Staatsministeriums für Handel, Industrie und Gewerbe (zugleich Vorsitzender), ein Vorstandsmitglied des Bayerischen Kunstgewerbevereins, ein Vorstandsmitglied der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, Hofgoldschmied Karl Rothmüller, ein Mitglied des Bayerischen Kunstgewerbevereins und ein Mitglied des Münchner Bundes in den Stiftungsvorstand berufen.
Die Zusammensetzung des Vorstands und die anlässlich der Stiftungsfeier am 16. Juni 1921 bezeugten Patenschaften von Vertretern aus Politik, Kunsthandwerksverbänden, Kunstgewerbeschulen, Museen, Akademien, der Finanzwelt und der Presse zeigen, dass es angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation nach dem Ersten Weltkrieg ein breites Bündnis zur Unterstützung des Kunsthandwerks gab. Als „ein seltener Lichtpunkt in einer dunkeln Zeit materieller und geistig-seelischer Not“ wurde die Gründung der Danner-Stiftung gesehen und der zweite Bürgermeister Münchens, Dr. Hans Küfner, hielt es für „ein günstiges Omen“, „dass die Stiftung am Vorabend der Gewerbeschau München 1922 ins Leben getreten“ (KUH, 1921, Heft 2, S. 30/31) war.
Interessant ist diese Äußerung, da an der Vorbereitung und Durchführung der Gewerbeschau zahlreiche Institutionen und Persönlichkeiten aus ganz Deutschland beteiligt waren – darunter auch alle Vorstände der Danner-Stiftung und etliche der Stiftungspaten. Die seit 1919 geplante Veranstaltung galt als Zeichen des Wiederaufbaus Deutschlands, und in diesem Sinne, wenngleich auf Bayern konzentriert, wollte Therese Danner, dass mit ihrer Stiftung „dem bayerischen Kunstgewerbe über die schwere Zeit hinweggeholfen werden soll und dieses an dem Wiederaufbau [des] Wirtschaftslebens teilnehmen kann.“ (Stiftungschronik)

Erste Auszeichnungen, Wettbewerbe und Ausstellungen
Besonderen Wert legte Therese Danner darauf, die Mittel an „wirklich Begabte“ zu vergeben und dass diese nicht als Unterstützung, sondern als Auszeichnung verstanden werden. Laut Stiftungsurkunde war daher vorgesehen, jährlich am 16. Juni, dem Tag des heiligen Benno, in einem feierlichen Rahmen Danner-Gedenkmedaillen in Gold, Silber und Bronze zu verleihen.
Die erste Prämierung erfolgte auf der Stiftungsfeier am 16. Juni 1922 im Saal des Kunstgewerbevereins und – auf besonderen Wunsch von Therese Danner – erhielt Karl Rothmüller die erste Danner-Ehrenplakette in Gold für seine Verdienste um die Stiftung. Für die besten im Kunstgewerbeverein ausgestellten Arbeiten wurden weitere fünf Medaillen in Gold verliehen sowie vier Silbermedaillen für besondere Leistungen und eine bronzene als Belobigung. Zudem war „(i)n der Trinkstube des Vereins eine kleine Ausstellung von Arbeiten der Prämierten aufgestellt.“ (KUH, 1922, Heft 3, S. 48)
In den folgenden Jahren ehrte die Stiftung unter anderem Theodor Heiden (1923) und Adolf von Mayrhofer (1923), Karl Leipfinger (1927), Julius Schneider (1927) und Heinrich Pössenbacher (1930) mit der goldenen Medaille. Zum letzten Mal wurde eine Danner-Medaille (in Silber) 1932 an einen Mitarbeiter der Franz Mayer’schen Hofkunstanstalt vergeben.
Neben den wichtigen Förderungen in Form von Beihilfen zur Schulausbildung, Reisekostenzuschüssen, Ankäufen von Entwürfen und ausgeführten Arbeiten stellte die Stiftung – auf Anregung von Karl Rothmüller – zwischen 1926 und 1930 Mittel zur Verfügung, um gute Entwürfe für die Ausstellungen im Glaspalast ausführen zu können. Dies ermöglichte es den Kunsthandwerker:innen, ihre Arbeiten einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen.
Seit August 1930 hatte die Danner-Stiftung außerdem zwei Räume im damaligen Vereinshaus des Kunstgewerbevereins in der Pfandhausstraße (heute Pacellistraße) angemietet, die als Ausstellungsräume genutzt wurden. Da man Wettbewerbe als geeignet ansah, um aus einem Kreis hervorragender Kunsthandwerker:innen deren beste Arbeiten auszuzeichnen, entschloss sich der Vorstand 1930, einen beschränkten Wettbewerb „(z)ur Erlangung hochwertiger kunsthandwerklicher Arbeiten für die Glaspalastausstellung 1930“ auszutragen. Hierfür wurden etwa 10.000 RM bereitgestellt und man beauftragte die Staatsschulen für angewandte Kunst in München und Nürnberg, die städtischen Gewerbeschulen in München und Augsburg, den Bayerischen Kunstgewerbeverein, den Münchner Bund und die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst in München, geeignete Persönlichkeiten und talentierte Schüler:innen (maximal fünf) für den Wettbewerb vorzuschlagen. Laut Chronik der Danner-Stiftung erhielten 17 Kunsthandwerker:innen Gelder in Höhe von insgesamt 4.730 RM, darunter die Goldschmiede Karl Riepl, Franz Valentin und Johann Michael Wilm, der Glasgraveur Hans Mauder sowie die Kunstgewerblerin Anna Kurreck-Hagn. Anlässlich der olympischen Spiele 1936 in Deutschland initiierte der Vorstand 1935 erneut einen beschränkten Wettbewerb, diesmal „zur Erlangung von Entwürfen für Sportpreise.“
Der erste Preis des Olympia-Wettbewerbs in Höhe von 300 RM ging an Karl Riepls Entwurf für einen Ring mit fünf olympischen Ringen/Erdteilen, der zweite (200 RM) an F. H. Wandinger für einen Ring mit Reiter und der dritte an Lorenz Durner für eine Olympia-Stafette (100 RM). Des Weiteren wurden sechs Entwürfe zu je 50 RM angekauft und zehn Belobigungen ausgesprochen. Rund 2.500 RM stellte der Vorstand anschließend zur Verfügung, um 17 der Entwürfe auch ausführen zu lassen, und für November 1935 war eine Ausstellung der eingereichten Entwürfe und der ausgeführten Arbeiten im Kunstgewerbeverein geplant. Anstelle des im Juni 1931 abgebrannten Glaspalasts eröffneten die Nationalsozialisten nach der Machtübernahme 1933 im Juli 1937 das „Haus der Deutschen Kunst“ („Neuer Glaspalast“), wo nicht nur die „Großen Deutschen Kunstausstellungen“, sondern auch zwei Architektur- und Kunstgewerbeausstellungen stattfanden. Wahrscheinlich stellten bereits in der 1. Deutschen Architektur- und Kunsthandwerkausstellung (DAKA) vom 22. Januar bis 27. März 1938 Kunsthandwerker:innen von der Stiftung geförderte Arbeiten aus. Jedenfalls stellte der Vorstand im Februar 1938 fest, dass man sich „im Hinblick auf die bisher erzielten Erfolge an der im Dezember 1938 stattfindenden kunsthandwerklichen Ausstellung im Hause der deutschen Kunst“ (Vorstandsprotokoll 4.2.1938) stärker beteiligen wollte. Er beschloss, 15.000 RM für „Entwürfe zu größeren, gebrauchsfähigen Gegenständen“ sowie fertige Arbeiten, die bis Mitte April 1938 einzureichen waren, bereitzustellen.
Einige der angenommenen Arbeiten könnten in der 2. DAKA vom 10. Dezember 1938 bis 10. April 1939 gezeigt worden sein. Auch für das Jahr 1939 stellte der Vorstand 10.000 RM für den Ankauf von fertigen Arbeiten für die Beschickung der DAKA zu Verfügung. Allerdings wurde die 3. Architektur- und Kunstgewerbeschau abgesagt. Den Vorschlag, auch für die olympischen Winterspiele 1940 in Garmisch-Partenkirchen (später wegen Kriegsbeginn abgesagt) einen Wettbewerb auszuschreiben, lehnte der Vorstand ab. Ebenso wurde der noch Anfang 1940 geplante Wettbewerb zur Erzielung hervorragender Entwürfe und Modelle für Beleuchtungskörper, Rauchgarnituren und Tintengeräte, die wegen des Fertigungs- und Verkaufsverbots für Metalle vornehmlich aus Holz, Keramik oder Glas hergestellt werden sollten, im November 1940 zurückgezogen. In den Jahren 1941 bis 1945 wurden von der Stiftung zwar weiterhin kunsthandwerkliche Objekte angekauft, aber keine Wettbewerbe geplant.

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